KONTAKT

Hier kannst Du ganz schnell eine Mail an den Verein schicken – da wir aber nur ehrenamtlich arbeiten, erwarte bitte keine Antwort in den nächsten Minuten ;-)

Was ist die Summe aus 8 und 6?

Jasper Angls erste Saison in den USA

Lieber Verein,
 
Ich melde mich aus Henley an der Themse in England, denn morgen beginnt der erste Wettkampftag für mich und meinen Universitätsachter an einer der ältesten Ruderregatten der Welt, der Henley Royal Regatta.
 
Letztes Jahr im September bin ich in die USA gezogen, um an der Northeastern University Kognitivwissenschaften zu studieren und mit einem professionellen Uni Team zu rudern. Meine Mannschaft besteht aus etwa 32 Ruderern, von denen drei Neuseeländer und fünf Deutsche sind. In der Vergangenheit haben 14 von uns an Weltmeisterschaften teilgenommen, wodurch das Niveau innerhalb des Teams sehr hoch ist - genauso wie an vielen anderen amerikanischen Universitäten. Durch finanzielle und personelle Unterstützung erleichtert die Uni die Vereinbarkeit von Sport und Studium. Dies ist dadurch möglich, dass Rudern und der Universitätssport generell in den USA einen großen Stellenwert haben. Für das Selbstverständnis der Universitäten ist es besonders wichtig, gegenüber anderen Universitäten sportlich erfolgreich zu sein.
 
Unsere Ruder-Saison hat ihren Höhepunkt Anfang Juni auf den IRA’s, den nationalen Hochschulmeisterschaften der USA. Hierbei wird ausschließlich darauf geachtet, welche Universität den schnellsten Achter hervorbringt. Andere Bootsklassen sind zweitranging. Dementsprechend liegt bei uns in der Universität-Bootshalle auch nur ein Skullboot, welches nur im Notfall gefahren wird. Und selbst dann bevorzugen die meisten, sich auf das Ergometer zu setzen.
Im Herbst werden Langstreckenregatten gefahren, bspw. den Head-of-the-Charles in Boston. Dort traten dieses Jahr auch deutsche U23-Nationalmannschaften an. Im Frühling gibt es dann Duell-Rennen zwischen jeweils zwei Universität-Achtern. Diese Duells haben einerseits Prestige und bestimmen die Platzierung der Achter in den Vorläufen auf den Meisterschaften. Eine bessere Platzierung bedeutet dadurch ein leichterer Lauf, um sich für das A/B-Halbfinale zu qualifizieren. Unser Team kam zur Meisterschaft als das siebtplatzierte Team. Im Rudern und speziell in Achterrennen kann man meist mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen was für eine Platzierung welches Team erreichen wird. Im Vorjahr zum Beispiel, war unter den Top 10 Teams kein Unterschied zwischen der erwarteten und tatsächlichen Endplatzierung. Das sollte sich dieses Jahr jedoch ändern, denn die Universitäten Princeton und Brown, die fünft- und sechstplatziert waren, lagen jeweils mit etwa zwei Achterbootslängen in Halbfinale und im A-Finale hinter uns. Damit platzierten wir uns am Ende auf dem fünften Rang. Die besten vier Universitäten (Yale, Washington, Berkeley und Harvard) konnten wir dieses Jahr noch nicht einholen, aber wir sind sehr zufrieden mit unserem Ergebnis und unser Ziel für nächstes Jahr ist es auf dem Podium zu stehen.
 
Nun steht die Henley Royal Regatta an auf die wir uns in den letzten drei Wochen vorbereitet haben. Nahezu unser ganze erste Achter hat sich dazu bereiterklärt, dieses Event mitzufahren. Bei Henley geht es um die Erfahrung und den Spaß am Event. Diese Regatta ist wie keine andere und einer Erlebnis an sich. Trotzdem sind unsere Ambitionen hoch, diesen Wettkampf zu gewinnen, damit sich der zusätzliche Trainingsaufwand ausgezahlt hat.
Aufgrund der Henleyvorbereitung und der Bedeutsamkeit des Events für das Team war ein Versuch sich für die U23-WM zu qualifizieren nicht möglich. Für nächste Saison bin ich aber schon entschlossen, für den Neptun wieder auf den Deutschen Meisterschaften und hoffentlich der U23-WM zu starten.
 
Gruß,
Jasper

Zurück