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Die Gründung: 1885 bis 1899

Es war im Sommer 1884, als sechs junge Turner, die sich bei Einhard und Mietz einige Boote liehen, um den schönen Bodensee zu befahren, auf die Idee kamen, sich eigene Boote zu beschaffen, um unabhängig zu sein. Dabei spielte die Überlegung der Geldeinsparung ein Rolle. Im Winter 84/85 verdichtete sich dann der Plan immer mehr und man spielte mit dem Gedanken, einen Verein zu gründen. Fotograf Eduard Pegenau aus Erfurt und der aus Österreich stammende Uhrmacher Kaiser waren die treibenden Kräfte. Am 16. März '85 setzten sich neun Interessenten (Eduard Pegenau - Fotograf; Karl Banger - Schlossermeister; Karl Fowo - Flaschner; Adolf Deyer - Bautechniker; Ernst Stark - Kaufmann; Karl Schreiber - Schlosser; Viktor Kordeuter - Schreiner; Moritz Butlinger - Maler; Walter Liedke - Kaufmann) zusammen und gründeten den Ruderverein "Neptun" e.V., Konstanz.

Zum Vorsitzenden wurde Eduard Pegenau gewählt, aber schon im Laufe des gleichen Jahres musste er wegen Stellungswechsle sein Amt niederlegen. Sein Nachfolger wurde das damalige passive Mitglied Postsekretär Otto Seidemann, ein überaus rühriger und umsichtiger Mann, der das Vereinsschiff zehn Jahre bis zu seiner dienstlichen Versetzung im Jahre 1895 führte. In einem Rundschreiben von Ende April 1885 wendet sich der Verein an die Bürgschaft von Konstanz mit der Bitte um Unterstützung und Beitritt. Noch im selben Jahr wird von der "Germania" Frankfurt ein Rennvierer mit Riemen für M 200.- gekauft, der in einem von Dachdeckermeister Lay zur Verfügung gestellten Schuppen am "Klein Venedig" gelagert wird. Von dort aus werden die ersten Ausfahrten unternommen, aber allgemein ergibt sich der Wunsch, ein richtiges Bootshaus zu besitzen. Die erste Eingabe an den Stadtrat bleibt erfolglos. Der Verein hält aber zäh an seinem Plan fest und begründet im Dezember 1885 in einer ausführlichen Eingabe nochmals den Bau an heutiger Stelle im "Schweizerhausstil". Damit wurden offenbar die Bedenken des Stadtbaumeisters zerstreut, worauf die Genehmigung erteilt wurde.

Das erste Bootshaus

Vom Seeclub Zürich wird der Vierer "Helvetia" samt Zubehör für Sfr. 300.- erworben, der zusammen mit dem bei Treichler & Co. bestellten Gigvierer eintrifft. Damit erhöhte sich der feste Bootsbestand auf drei Stück.

Im Dezember des gleichen Jahres wurde von Treichler & Co., Zürich, ein neues Rennboot bestellt, wofür ein regelrechter Vertrag abgeschlossen wurde. Darin mussten sich die Aktiven "solidarisch und persönlich" zur Zahlung verpflichten. Der Verein gibt sich Satzungen, denen als Muster die Statuten des Seeclub Arbon, Seeclub Zürich und "Germania" Frankfurt dienen. Stand der Mitglieder: 18 Ausübenden und 64 Unterstützende. Im Winter 85/86 bereichert der Verein das gesellschaftliche Leben der Stadt Konstanz durch eine Tanzstunde, die sich eines guten Namens bei der Bürgerschaft auch noch in späteren Jahren erfreute. Mit dem Offizierskorps des 6. Bad. Inf. Regt. wurden freundschaftliche Beziehungen aufgenommen, wodurch dem Verein neue Mitglieder zugeführt werden konnten.

1886

Die erste Jahreshauptversammlung am 18. Januar, an der der Vorsitzende, Herr Seideman, einen sehr interessanten, noch erhaltenen Bericht - natürlich mit Handschrift - über das 1. Vereinsjahr erstattet, eröffnet das Ruderjahr. Für den Bootshausbau wurden Schuldscheine Schuldscheine mit Zinsverschreibung versehen, ausgegeben.

Im Juni wird ein neuer Bootssteg angelegt, aber die Wellen der ersten stürmischen Nacht entführten ihn schon. Die Suche erfolgte u.a. auch durch eine Anzeige in der Zeitung. Er wurde bei Gottlieben an Land geschwemmt.

Die befreundeten Rudervereine Arbon, Seeclub Zürich, Seeclub Luzern und "Rhenania" Basel werden zur 1. Konstanzer Ruderregatta eingeladen, an der am 29. 8. aber nur Arbon teilnehmen kann. Konstanz gewinnt das Rennen, das in Booten mit festen Sitzen gerudert wurde. Ein Rennen wird von zwei "Neptun"-Mannschaften und ein Rennen im Alleingang von einer "Neptun"-Mannschaft ausgetragen. Dann waren vier Jachten gemeldet und ein Fischestechen fand reichen Beifall. Der Start war damals in Bottighofen und das Ziel am Konstanzer Stadtgarten. Das Bezirksamt hatte für diese Regatta eine Abgabe von M 3,50 erhoben.

Im Dezember des gleichen Jahres wurde von Treichler & Co., Zürich, ein neues Rennboot bestellt, wofür ein regelrechter Vertrag abgeschlossen wurde. Darin mussten sich die Aktiven "solidarisch und persönlich" zur Zahlung verpflichten. Der Verein gibt sich Satzungen, denen als Muster die Statuten des Seeclub Arbon, Seeclub Zürich und "Germania" Frankfurt dienen. Stand der Mitglieder: 18 Ausübenden und 64 Unterstützende. Im Winter 85/86 bereichert der Verein das gesellschaftliche Leben der Stadt Konstanz durch eine Tanzstunde, die sich eines guten Namens bei der Bürgerschaft auch noch in späteren Jahren erfreute. Mit dem Offizierskorps des 6. Bad. Inf. Regt. wurden freundschaftliche Beziehungen aufgenommen, wodurch dem Verein neue Mitglieder zugeführt werden konnten.

1887

Am 5. Februar nimmt der "Neptun" zusammen mit dem Seeclub Zürich, Ruderclub "Rhenania" Basel und dem Ruderclub Luzern an der Gründung des Schweizer Ruderverbandes teil, dem er beitritt. Es werden Satzungen verbessert und eine Ruderordnung festgelegt.

Im Mai erhält der Verein die erste große Schenkung von M 100.- durch die Stadt Konstanz. Im selben Monat nimmt der Verein zum erstem Mal an einer auswärtigen Regatta und zwar in Zürich teil - aber ohne Erfolg.

Am 22.8. findet die 2. Internationale Ruderregatta in Konstanz statt, an der sich außer dem "Neptun" auch RC "Salamander" Karlsruhe, Seeclub Zürich und "Rhenania" Basel beteiligen. Der Protektor Prinz Ludwig von Baden beobachtet trotz strömenden Regens alle fünf Rennen und ist besonders erfreut, dass "Neptun" Konstanz den von ihm gestifteten Preis gegen "Salamander" Karlsruhe gewinnen kann. Der Vorstand ist in diesem Jahr besonders aktiv und wirbt bei jeder Gelegenheit für die eigenen Interessen.

1888

In diesem Jahr legt sich der Verein einen Bootsdiener namens B. Ströhle für einen Jahreslohn von M 40.- zu. Am 1.4. tritt der Verein dem Deutschen Ruderverband bei. Die ersten Schulden von M 800.- in Form eines Darlehens bei der Sparkassen werden Gemacht. Damit beschafft der Verein zwei weitere Boote. An der Zürcher Regatta beteiligt sich der Neptun in drei Rennen erfolglos.

Am 22. 7. findet die 3. Internationale Ruderregatta in Konstanz erstmals vom Horn zur Rheinbrücke statt. Es werden zwei Strecken ausgesteckt und zwar für Zweier 2000 m und für Vierer 3000 m. Es beteiligt sich Würzburg, RV Stuttgart-Cannstatt, Münchner RC und "Donau" Ulm. Seeclub Zürich hatte zwar gemeldet, konnte aber infolge Erkrankung eines Ruderers nicht starten. Konstanz gewinnt zwei Renne mit den Mannschaften Waldraff, Meili, am Steuer Kuttruff und Marnois, Mayer, am Steuer Wiehler. An der Preisverleihung im Insel-Hotel nahm der gesamte Stadtrat teil. Die Regatta war von schönstem Wetter begünstigt und brachte einen Überschuss von M 246.-.

1889/91

Es wird keine Regatta abgehalten und auch auswärtige Besuche unterbleiben. Der Verein zahlt konsequent Schulden ab und versucht, sich von der gesellschaftlichen Seite her zu sanieren, was ihm auch gelingt.

1891

Dem Süddeutschen Ruderverband ist der Verein beigetreten. Vom Kegel- und Billiardclub werden dem Verein M 46,05 abgeführt. Die Stadt schenkt dem Verein abermals M 100.- und durch eine Sammlung bei Mitgliedern und Gönnern werden M 404,10 aufgebracht. Am 13.9. kann ein weiteres Boot getauft werden. Die Zürcher Regatta wird wieder erfolglos besucht.

Die 4. Internationale Ruderregatta in Konstanz findet bei Regen und Wind am 19.7. statt unter Beteiligung von SC Zürich, Straßburger RG "Alsatia", RC "Donaua" Ulm und "Neptun" Konstanz. Konstanz gewinnt gegen Straßburg den Dollenzweier mit Schäfer, Schauberger, am Steuer Finot, den Preis der Stadt Konstanz sowie im Alleingang ein weiteres Rennen, wofür der Kurverein Konstanz den Preis gestiftet hatte.

1892

Gründung der internationalen Ruderföderation (FISA) in Turin.

Klassenbewusste Berliner Arbeiter gründen den "Arbeiterruderverein Vorwärts" - war ein äußerst schwieriges Unterfangen bei den damals üblichen "Bürgerlichen Rudervereinen"!

Das Hauptereignis wird der Start an der Stuttgarter Jubiläumsregatta. Konstanz gewinnt den Junior-Dollenzweier mit Bär, Schroth und am Steuer Jost, gegen "Amicitia" Mannheim. Am 4.4. findet erstmals ein feierlicher Empfang der Sieger statt. Von einer eigenen Regatta wird wegen des Stuttgarter Jubiläums abgesehen. In diesem Jahr werden erstmals Monatsversammlungen eingeführt, die allerdings teilweise schwach besucht sind. Gesellschaftliche Veranstaltungen, verbunden mit Losverkäufen, brachten beträchtliche Einnahmen.

1893

Es wird die Heilbronner Regatta mit einem Zweier besucht, aber ein Erfolg ist uns nicht beschieden. Die Ruderer Hauser und Itta, am Steuer Jost stiften die Reisespesen von M 30.- für die neuerrichtete Bootshausbaukasse. Ein Wasserfest am 13.8., bei dem Ruderwettkämpfe, Schülerrudern in Gondeln und Fischestechen stattfinden, bringt dem Verein M 353.-. Im Oktober wird das Abrudern in Form eines Dauerruderns Konstanz - Kesswil (15 km) durchgeführt. Zwei Boote des "Neptun" beteiligen sich daran, die im Abstand von 10 Minuten abgelassen werden. Sieger waren: Seller, Schöll, Mech, Itta, am Steuer Gailer, in einer Stunde 13,2 Minuten gegen Mayer, Jost, Hauser, Bär, am Steuer Hager, in 1 Stunde 13,4 Minuten. Das waren bestimmt großartige Leistungen.

Eine Vergnügungskommision wird aus den Herren Itta und Jost gebildet, die wieder Tanzstunden und Clubabende mit Erfolg organisieren.

 

1894

Erste unter der Schirmherrschaft der FISA stehende Europameisterschaft in drei Bootsklassen (1x, 2+, 8+) in Orta/Italien.

Am 12. Februar erfolgt die Aufnahme des Postassistenten Paul Schneider als aktives Mitglied. Er war in den folgenden Zeiten ein überaus tätiger Mann, hat bis in sein hohes Alter viel gerudert, war wiederholt viele Jahre 2. Vorsitzender und Regattaleiter.

Er wurde später Ehrenmitglied und anläßlich des Deutschen Rudertages in Konstanz für seine über 50-jährige Zugehörigkeit zur Ruderei mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Ruderverbandes ausgezeichnet. Er starb 1957 in Konstanz.

Zu dem in Ulm stattfindenden Ruderer-Delegierten-Tag werden Vorstand Seidemann und Mayer entsandt.

Im März fand eine außerordentliche Sitzung statt, die den Umbau des Bootshauses beschließt. Die süddeutsche Verbandsregatta wird erstmals nach Konstanz vergeben. Das Ministerium stiftet einen Preis im Wert von M 300.-. Damit treten große Aufgaben an den Verein heran, aber er besteht die Belastungsprobe glänzend und hat große Erfolge zu verzeichnen.

Am 5. April wird Kaufmann Stiegler als passives Mitglied aufgenommen. Mit Wilhelm Stiegeler, dem späteren Kommerzienrat, gewann der Verein seinen verständnisvollsten und größten Gönner. Diesem Mann, der später Ehrenmitglied wurde, hat der Verein ungemein viel zu verdanken. Insbesondere durch die vielen Zuwendungen für Regattapreise holft er dem Verein aus großer Not und 1929 stiftete er die beiden Gigboote "Matthias Dürr" und "Liselotte".

Die 4. Süddeutsche Verbandsregatta und zugleich die 5. Bodensee-Ruderregatta am 22. Juli hat für damalige Zeiten ein Rekordmeldeergebnis von sieben Vereinen in 9 Rennen zu verzeichnen´. Es starten Heilbronner RG "Schwaben", 1. Karlsruher RC "Salamander", RV "Neptun" Konstanz, Stuttgarter-Cannstatter RC "Neckar", Münchner RC, RC "Donau" Ulm und Würzburger RV.

Die Konstanzer hatten einen ganz großen Tag, denn sie gewinnern vier Rennen, München zwei, Ulm, Heilbronn und Würzburg je eines. 31 Jahre sollte es dauern, bis wieder solche Erfolge möglich waren. Die Konstanzer Presse macht die Freude und Begeisterung des Publikums zu ihrer eigenen und bringt an zwei Tagen in sehr detaillierten Berichten den Verlauf der Regatta. zu jener Zeit hatte der Verein 2 Ehrenmitglieder, 19 Aktive und 11 Passive.

Im August wurde das Bootshaus fertig. Es kostete M 2.700.- und ganze M 700.- konnten bar bezahlt werden. Für den Rest wurden zehn Schuldscheine à M 200.- zuzüglich Zinsscheine ausgegeben. Jährlich wurden M 200.- ausgelost und pünktlich zurückgezahlt. Die Einweihung wurde mit einer Siegerehrung, verbunden mit einer italienischen Nacht gefeiert, die den denkbar größten Beifall fand und von weiten Kreisen der Bevölkerung besucht wurde.

Am 5. August wurde ein zweites Dauerrudern auf der Strecke Bootshaus - Insel Mainau und zurück durchgeführt, an dem sich drei Boote beteiligten. Sieger wurde die Mannschaft Gailer, Itta, Pickel, Schneider, am Steuer Meck in der Zeit von 1 Stunde 25,5 Minuten nach einer Strecke von 16,5 km.

1895

Im Februar wird der Beschluss gefasst, das zehnjährige Stiftungsfest feierlich zu gegehen. Jost und Schneider werden zu Ruderdelegierten ernannt.

In der Generalversammlung im Mai erhielt Paul Schneider mit 178 Fahrten und 1060 km den Fahrtenpreis. Als erster Vorsitzender wird wieder Otto Seidemann gewählt, womit sein 10. Amtsjahr beginnt. Damit hat Seidemann auch einen bis heute noch nicht erreichten Rekord erzielt.

Der Mitgiederstand ist auf 27 Aktive, 167 Passive und 2 Ehrenmitglieder angewachsen. Der Aktiven-Beitrag beläuft sich auf M 1,50 monatlich und für Passive auf M 1.- pro Vierteljahr. Im Juni wird eine Zöglingsabteilung eingerichtet und in Anlehnung an die Bestimmungen an anderen Orten wird bestimmt, dass die Rennruderer im Bootshaus schlafen. An der Heilbronner Regatta gewinnt Konstanz den Dollenzweier, in Ulm wird ohne Erfolg gestartet. Von Treichler & Co. trifft ein weiteres Boot mit Riemen ein für Sfr. 850.-.

Zusammen mit dem Turnverein wird ein Wassersportfest durchgeführt, wodurch dem Publikum etwas völlig Neues geboten wurde. Für den 15. September wird eine Bootstaufe festgesetzt, musste jedoch infolge schlechten Wetters von Sonntag zu Sonntag bis Anfang November verschoben werden. Diese Feier wurde mit einem Familienausflug ins "Schiff" nach Staad beendet.

Der November brachte eine außerordentliche Generalversammlung, bei der Herr Seidemann wegen seiner dienstlichen Versetzung nach Königsfeld sein Amt als 1. Vorsitzender abgeben musste. Mit ihm hat der Verein seinen verantwortungsvollsten Mann verloren, denn er musste die Anfangsschwierigkeiten, das Mißtrauen, behördliche Widerstände usw. überwinden und außerdem finanzielle Wagnisse eingehen und er hatte zwei Bootshäuser gebaut. Bei seinem Abgang hinterließ er geordnete Verhältnisse, einen Mitgliederstand, der sich sehen lassen konnte und einen beachtlichen Bootspark. Er hatte die Rennruderei aufgebaut, dem Verein ein solides Fundament gegeben, Beziehungen mit auswärtigen Vereinen aufgenommen und gepflegt und die Bodenseeruderregatten organisiert. Gedenken wir seiner in Dankbarkeit.

Zum interimistischen Vorstand wird Hr. Frick gewählt, zum Kassier Herr Hauser und zum Schriftführer Paul Schneider.

1896

Die Generalversammlung bestätigt Hrn. Frick als Vorstand, Kassier wird Hr. Meck und Schriftführer Paul Schneider. Ruderwart wird Hr. Jost. Hr. Seidemann wird Ehrenpräsident und den Fahrtenpreis erringt Gailer für 244 Fahrten und 1844 km. Der Passivenbeitrag wird auf M 6.- pro Jahr und der Aktivenbeitrag auf M 24.- pro Jahr erhöht.

An dem in Karlruhe stattfindenden Festzug anläßlich der Geburtstagsfeier des Großherzogs beteiligt sich der Verein mit sieben Mitgliedern.

Eine eigene Regatta wird nicht durchgeführt, dagegen Stuttgart-Cannstadt und Zürich besucht. In Stuttgart siegt Konstanz mit den Ruderern Gammel und Schildknecht, am Steuer Jost gegen Speyer, dagegen lagen wir in Zürich mit drei Rennen im Nachteil. Eine kleine Episode aus einem der Rennen sei der Züricher Zeitung entnommen:

"Die Engländer halten sich von Anfang an stark landwärts. Ob sie versteuert wurden oder auf dem letzten Run gegen das Ziel den Wind als Bundesgenossen benutzen gedachten? Sie kamen nicht dazu. Nach fünf oder sechs Schlägen hat der SC die Führung und behält sie auch mit einem 31er Schlag nach altem Muster. Die Engländer schlagen mit 37 bis 38 in der Minute. Auf der Höhe des Zürcher Horns, gerade als fahles Sonnenlicht auf den See fällt, brach dem Bugvormann der Engländer Mr. CC Egberg sein Ruder gerade am Ruderlager. Er wirft die beiden Bruchstücke weg und springt in den etwa 12°C warmen See. Die drei anderen ruderten Wacker zu. Das Starterboot, das ein Notboot führte, setzte seine Fahrt ruhig fort und überließ den Wasserspringer den ziemlich heftigen Spiel der Wellen. Schließlich wurde das Boot gelöst, aber niemand sah sich veranlasst, mit diesem dem ziemlich erhitzten und in einer entschieden gefährlichen Lage sich befindenden Schwimmer zuzufahren. Auf der "Helvetica" entstand große Aufregung. Namentlich die Damen gaben ihrer Angst um das junge Blut und ihrer Empörung über die Gleichgültigkeit auf dem Starterschiff hörbar Ausdruck. Schließlich holte das Starterschiff den Gefährdeten. Fein war das nicht, ihr Herren!"

1897

Der alte Vorstand wird bestätigt, die geplante Regatta nicht ausgeschrieben, da ungenügende Beteiligung befürchtet wurde, aber auswärtige Regatten wurden besucht, darunter auch Zürich. Es wird beschlossen, alljährlich gegen Schluss der Rudersaison eine interne Ruderregatta abzuhalten, wobei den Siegern kleine Geschenke als Preis überreicht werden sollten. Damit haben wir also seit 63 Jahren die interne Vereinsregatta, die bis heute teilweise 15 Rennen aufweist. Der Schweizer Ruderverband teilt mit, dass seine Mitglieder nur Schweizer Rudervereine sein können und damit scheidet Konstanz, das Mitbegründer des Schweizer Ruderverbandes war, aus.

1898

Der vorjährige Vorstand wird wiedergewählt. In Rorschach wird ein Dollenzweier gekauft, der am 22. Mai feierlich getauft wird. Stand der Mitglieder: 1 Ehrenpräsident, 2 Ehrenmitglieder, 23 Aktive und 171 Passive. Die Ulmer Regatta am 20. Juni wird für den "Neptun" ein großer Erfolg.

Für die am 20. Juli stattfindende 6. Internationale Bodensee-Ruderregatta wird ein Staatspreis von M 250.- gestiftet, der beim Juwelier Müller gekauft wird. Acht Vereine (Straßburger RV, RC "Donau" Ulm, SC Zürich, Deutscher Ruderverein Zürich und "Neptun" Konstanz) beteiligen sich. Konstanz gewinnt den Juniorvierer und den 2. Seniorvierer. Die Sieger waren Meßmer, Straubinger, Kastner, Brandes und am Steuer Jost. Die Regatta brachte ein Minus von M 184.-. Im Herbst wird wieder die beliebt gewordene Tanzstunde durch die Herren Itta und Schneider ins Leben gerufen.

1899

Der Vorstand Frick sieht sich außer Stande, das Amt beizubehalten. Gewählt wird Rudolf Schletterer, Kassier Jost, Schriftführer Paul Schneider und Ruderwart Mayer. Regatten werden keine besucht, auch keine abgehalten. Der Ruderbetrieb ist flau.

Am Geburtstag des Großherzogs am 10. September wird eine Paradefahrt mit anschließendem musikalischem Frühschoppen im Bootshaus abgehalten.

Das Abrudern erfolgt am 8. Oktober und endet mit einer Auffahrt aller Boote. Eine Sammlung für die deutschen Ruderer in Triest zwecks Bootsausbau erbringt M 12.- An das Komitee zur Erbauung des Völkerschlachtdenkmals in Leibzig werden M 20.- überwiesen.